CO2Image: Eine brasilianisch-deutsche Raumfahrtmission zur Erfassung von Treibhausgasen

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung durch Vertreter Brasiliens und Deutschlands wurde der Weg für die CO2Image-Treibhausgasmission geebnet. Am Montag, den 20. April, unterzeichneten die deutsche Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, und der stellvertretende brasilianische Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation, Luis Manuel Rebelo Fernandes, die Vereinbarung auf der Hannover Messe, wo Brasilien als diesjähriges Partnerland vorgestellt wurde. Vertreter von INPE und DLR stellten die Mission während einer Podiumsdiskussion auf der Messe am Dienstag, den 21. April, vor und betonten die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für CO2Image.

Diese Vereinbarung markiert einen wichtigen Meilenstein für die CO2Image Mission, die nun gemeinsam von DLR und INPE, dem brasilianischen Nationalen Institut für Weltraumforschung, realisiert wird. Die Nutzlast der Mission ist das COSIS-Instrument (CO2 Sensing Imaging Instrument), das vom DLR entwickelt wird. INPE stellt das Servicemodul für die Mission zur Verfügung, die flexible multi-missionsfähige P100-Plattform. Nachdem die Überprüfung der Systemanforderungen vor kurzem abgeschlossen wurde, kann die Mission nun in die Phase B2 eintreten, mit einem voraussichtlichen Starttermin Anfang 2030.

CO2Image soll Punktquellen von Kohlendioxid (CO2) bis zu einer Größe von 1 MtCO2/Jahr erkennen und quantifizieren. In Gebieten, die von besonderem Interesse sind, kann CO2Image damit globale Treibhausgas-Satellitenmissionen wie die bevorstehende Copernicus Sentinel-Mission CO2M durch hochaufgelöste Aufnahmen ergänzen. Der Fokus auf Zielregionen ist das Hauptmerkmal der CO2Image-Mission: Sie misst etwa 75 Kacheln pro Tag, von denen jede ein Gebiet von ~50 x 50 km2 mit einer Auflösung von 50 x 50 m2 abdeckt. Auf diese Weise wird CO2Image in der Lage sein, Abgasfahnen einzelner lokalisierter Quellen aufzulösen. Durch die Wahl des Spektralfensters wird die Mission in der Lage sein, auch CH4 zu messen und Punktquellen ab einer Größe von 100 kg CH4/h zu erkennen.

Auf deutscher Seite wird die CO2Image Mission wissenschaftlich vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg geleitet. Das DLR-Institut für Weltraumforschung entwickelt das COSIS-Instrument und das DLR-Zentrum für Erdbeobachtung  wird das Instrument kalibrieren, die Rohdaten operationell prozessieren und für die wissenschaftliche Nutzung aufbereiten. Die Missionskontrolle bei dieser gemeinsamen Mission teilen sich der DLR-Raumflugbetrieb und sein INPE-Pendant.