Verkehr und Mobilität: Daten für eine verlässliche Infrastruktur

Die Verkehrsinfrastruktur ist von zentraler Bedeutung. Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich auf sichere, befahrbare Straßen, Schienen und Kanäle verlassen können. Dafür leisten Satellitendaten wertvolle Dienste. Denn damit kann man Veränderungen der Infrastruktur besonders leicht und schnell überwachen oder planen. Das an der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) angesiedelte Copernicus Netzwerkbüro Verkehr unterstützt jeden, der diese Daten und Dienste nutzen möchte.

Zustanderfassung

Es ist leider auch in Deutschland keineswegs so, dass Ausstattung und Zustand von Straßen, Schienen und Schifffahrtskanälen flächendeckend genau dokumentiert sind. Um Reparaturen und Neubauten präzise zu planen, muss daher häufig zunächst der Status quo erfasst werden. Satellitendaten bieten einen guten Überblick, um Außendienstteams gezielter einzusetzen.

Oder beim Erfassen und Entwickeln von Verkehrsnebenflächen: Zu diesen zählen unter anderem die Landstreifen links und rechts der Autobahnen und Bahnschienen, und sie machen satte drei Prozent der Gesamtfläche Deutschlands aus. Da sie meist ungenutzt sind, bieten sie viel Potenzial, etwa zur Einrichtung von Solarparks oder ökologischen Korridoren. Satellitendaten zeigen, wie solche Flächen bewachsen sind. Die Lichtspektren der Bäume, gemessen aus dem All, verraten sogar, wie vital sie sind. Behörden können so entscheiden, ob kranke Bäume zu nah am Verkehrsweg stehen und gefällt werden sollten, um Windwurf und so mögliche Unfälle oder Blockaden zu vermeiden.

Bodenbewegungen

Darüber hinaus bietet der Bodenbewegungsdienst Deutschland auf Basis von Satellitenmessungen aus dem Copernicus-Programm landesweit millimetergenaue Angaben darüber, wo sich der Boden hebt oder senkt und dadurch Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. So zeigen die Daten von Sentinel-1 zum Beispiel, dass der Boden zwischen Köln und Aachen seit 2015 infolge des Braunkohletagebaus teilweise um mehrere Zentimeter nachgegeben hat. Insbesondere an Geländekanten, wo der Boden unterschiedlich stark sinkt, können so Schäden an Straßen, Schienen und Gebäuden entstehen.

An anderen Stellen, wie zum Beispiel in der Gegend von Ahlen, hebt sich der Boden auch, meist infolge abgeschlossener Bergbau- oder Tagebaumaßnahmen, wenn sich die Grundwasserspeicher wieder füllen.

Satellitenbild von Ahlen
Bodenhebung in Ahlen. Credit: Modifizierte Copernicus Sentinel Daten (2019-2023), prozessiert von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (2025)

Brücken-, Dämme und Schleusen, die für Bodenbewegungen besonders sensibel sind, können mit hochaufgelösten Satellitenbildern eng überwacht werden, sodass Expertenteams für konkrete Messungen nur dorthin ausgesendet werden, wo sich tatsächlich etwas tut.

Copernicus Fachnetzwerk

Zur fachlichen Unterstützung wurde das nationale Copernicus Fachnetzwerk eingerichtet. Es besteht aus Fachkoordinatorinnen und Fachkoordinatoren, Fachexpertinnen und Fachexperten sowie den Copernicus Netzwerkbüros.

Wer Fragen zu Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Verkehr hat oder bei Datenzugang und -nutzung Hilfe benötigt, kann sich an das zuständige Copernicus Netzwerkbüro Verkehr wenden, das mit Rat und Tat zur Seite steht.