Karte der Antarktis mit farbig abgestufter Meereisausdehnung von 1982 bis 2025, Pinguinkolonien und Meeresschutzgebieten
Meereis rund um die Antarktis (1982-2025) im Vergleich zu Pinguinkolonien, deren Verbreitungsgebiet und internationalen Schutz- & Hoheitszonen, Credit: Copernicus Marine Service (OSR10), European Union

Meereserwärmung verändert die Ozeane auf allen Ebenen

Copernicus Ocean State Report 10

Die Ozeane erwärmen sich aufgrund des Klimawandels zunehmend, was unübersehbare Folgen mit sich zieht, wie die zehnte Ausgabe des Copernicus Ocean State Report (OSR10) zeigt. Der Bericht macht deutlich, wie Meereserwärmung und extreme Klimaereignisse den Ozean auf allen Skalen verändern, von mikroskopisch kleinen Lebewesen bis hin zu großen Meeresströmungssystemen. Die Auswirkungen reichen weit und betreffen marine Ökosysteme ebenso wie Küstengemeinden.

Der Bericht beleuchtet dabei unterschiedliche Regionen der Erde: Europäische Meere stehen zunehmend unter Druck, in den Polarregionen schwindet das Eis und Inselstaaten (Small Island Developing States) sind gleich mehreren, sich überlagernden Bedrohungen ausgesetzt. Die Veränderungen im Ozean und die Herausforderungen, die daraus entstehen, sind damit keine Zukunftsszenarien mehr, sondern bereits heute Realität.

Neben dem Zustand der Meere blickt der OSR10 auch auf die Entwicklung der Meeresforschung zurück, die in den vergangenen zehn Jahren deutliche Fortschritte gemacht hat. Der Bericht und eine begleitende interaktive Zusammenfassung zeigen, wie dieses Wissen genutzt werden kann, um rechtzeitig zu handeln und die Gesellschaft auf die Veränderungen vorzubereiten.

Der Copernicus Ocean State Report erscheint seit 2015 jährlich und wird vom Copernicus-Meeresdienst (Copernicus Marine Service) herausgegeben, den Mercator Ocean International im Auftrag der Europäischen Union betreibt. Grundlage sind Satellitendaten aus der Erdbeobachtung, In-situ-Daten und Ozean-Reanalysen. Die Fachbeiträge werden nach unabhängiger wissenschaftlicher Begutachtung in der Fachzeitschrift „State of the Planet” veröffentlicht. Der Bericht führt damit vor Augen, welchen Beitrag Raumfahrt und satellitengestützte Fernerkundung für das Verständnis des Klimawandels und für den Meeres- und Küstenschutz leisten.