Die „“ (GEO) ist eine zwischenstaatliche Initiative, die eine internationale Koordinierung der Erdbeobachtungssysteme und darauf basierender Anwendungen anstrebt. Erdbeobachtungsinfrastruktur soll nachhaltig gesichert, noch vorhandene Beobachtungslücken geschlossen sowie ein offener Austausch von Daten, Informationsprodukten und Anwendungen ermöglicht werden. Dies soll eine umfassende „Erdintelligenz“ () hervorbringen, die global und auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen eine gute Informationsbasis für nachhaltige Entscheidungen und gesellschaftlichen Nutzen bildet.
Zur Umsetzung der Ziele von GEO in Deutschland wurde die Gruppe D-GEO als nationale Koordinationsstruktur eingerichtet. Unter der Federführung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) beteiligen sich zahlreiche Bundesbehörden und Forschungsorganisationen an den interdisziplinären Arbeiten der D-GEO.
Aufbau/Struktur
GEO besteht aus über 100 Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und über 150 teilnehmenden Organisationen. Als zwischenstaatlicher Kooperationsmechanismus ohne eigenes Programmbudget bezieht GEO seine Ressourcen aus Beiträgen der Mitgliedstaaten zum GEO Trust Fund sowie aus Beiträgen zu diversen GEO-bezogenen Aktivitäten. Zudem tragen Sach- und Personalleistungen und die Aktivitäten verschiedener Akteure aus Behörden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und der Privatwirtschaft zu GEO bei.
Governance
Entscheidungen werden in GEO im Rahmen der jährlichen Vollversammlung durch die Vertreter der Mitgliedstaaten getroffen („“). Das Exekutivkomitee übernimmt die strategische Führung von GEO und bereitet Entscheidungen der Vollversammlung vor. Außerdem gibt es einen Programmausschuss, der die Entwicklung und Umsetzung der GEO-Aktivitäten unterstützt und mehrjährige GEO-Arbeitsprogramme beaufsichtigt. Unterhalb der o.g. Gremien werden nach Bedarf thematische Arbeitsgruppen und temporäre „“ eingerichtet.
Das in Genf angesiedelte GEO-Sekretariat unterstützt die Aktivitäten von GEO und seiner Gremien und ist dem Plenum und dem Exekutivkomitee rechenschaftspflichtig.
EuroGEO
Die Europäische Kommission, vertreten durch die Generaldirektion Forschung und Innovation (DG RTD), ist einer der vier ständigen Co-Vorsitzenden in GEO. Sie ist auch federführend in der Regionalinitiative „EuroGEO“, die auf europäischer Ebene die Ziele von GEO verfolgt und auch im Rahmen von EU-Förderprogrammen voranbringt.
D-GEO Arbeitsgruppe
Die D-GEO Gruppe trifft sich mehrmals jährlich und bespricht mögliche Beteiligungen an internationalen GEO-Aktivitäten, aber auch Fragen der Zusammenarbeit auf nationaler und europäischer Ebene.
Unterprogramme
Das GEO-Arbeitsprogramm ist das zentrale Instrument von GEO, um die Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern, teilnehmenden Organisationen, assoziierten Mitgliedern und anderen Partnern durch eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten zu erleichtern, die darauf abzielen, die Mission von GEO zu verwirklichen.
Das aktuelle GEO-Arbeitsprogramm umfasst drei Hauptkategorien: „“, „“ und Aktivitäten im Rahmen der „Research to Operations Pipeline“, die je nach operationeller Reife als „“, „“, „Initiative“ oder „Pilot“ eingestuft werden. Besonders bedeutend sind die () , die auf globaler Ebene bereits erhebliche Sichtbarkeit und signifikanten Nutzen erzeugt haben, oft in Zusammenarbeit mit hochrangigen Organisationen auf Ebene der Vereinten Nationen, u.a.
- e (GFOI)
- (GEO-LDN)
- (GEOGLAM)
- (GEO BON)
Geschichte/Meilensteine
- 2003
Als Beitrag zur Verwirklichung der Ziele des Weltgipfels zur nachhaltigen Entwicklung in Johannesburg beschloss die Gruppe der acht stärksten Wirtschaftsnationen (G8) auf einem Gipfeltreffen in Evian (2003) einen Aktionsplan zur Entwicklung effizienter Technologien für nachhaltige Entwicklung. Große Chancen wurden dabei insbesondere in einer intensivierten internationalen Zusammenarbeit bei der Erdbeobachtung gesehen.
Deshalb fand am 31. Juli 2003 auf Einladung der US Regierung in Washington der erste „Erdbeobachtungsgipfel“ statt. Hochrangige staatliche Delegierte sowie internationale Organisationen berieten über die Gestaltung einer weltweiten Koordination der Erdbeobachtungssysteme zur Unterstützung folgender Ziele:
1) bessere Koordination von Strategien zur Erdbeobachtung und der bestehenden Systeme. Dabei sollten Möglichkeiten zum Schließen von Datenlücken identifiziert werden. Als übergeordnetes Ziel sollte ein umfassendes, koordiniertes und nachhaltiges Erdbeobachtungssystem der Systeme (Global Earth Observation System of Systems, GEOSS) geschaffen werden;
2) gemeinsame Anstrengung zur Einbindung von weniger entwickelten Ländern;
3) offener und kostengünstiger Austausch von Beobachtungen aus in situ und satellitengestützten Erdbeobachtungssystemen. - 2005
Die grundlegenden Dokumente zur Schaffung des GEOSS wurden auf zwei weiteren Gipfeln in Tokio (2004) und Brüssel (2005) weiterentwickelt. 2005 wurde außerdem ein Zehnjahresplan zur Etablierung des GEOSS (Global Earth Observation System of Systems) verabschiedet und die zwischenstaatliche „Group on Earth Observations“ (GEO) ins Leben gerufen. Die Ziele von GEO werden von Deutschland und dem federführenden Bundesressort, dem Verkehrsministerium, mitgetragen.
Zur Unterstützung der vielfältigen Aufgaben wurde bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf ein GEO Sekretariat eingerichtet. Ein Exekutivkomitee steuert GEO zwischen den jährlichen Vollversammlungen. Die Arbeitsstrukturen von GEO (Sekretariat, Vollversammlungen, Erdbeobachtungsgipfel, Exekutiv-Komitee, Programmausschuss, Arbeitsgruppen, Fachveranstaltungen) wurden etabliert und setzen sich international zusammen.
GEO führt selbst keine eigenen Programme durch. Vielmehr bringen GEO-Partnerorganisationen und Mitgliedstaaten ihre Programme in GEO ein, um diese so zu erweitern und Partner zu gewinnen. So werden die Sichtbarkeit und Wirksamkeit laufender Aktivitäten, die zu den Aufgaben des internationalen GEO Arbeitsplanes beitragen, erhöht. Die wichtigen Arbeiten von GEO liegen vor allem in der Vernetzung, der Schaffung von Koordinationsstrukturen und neuen Impulsen in vielen Bereichen, wie z.B. Meteorologie, Klimawandel, nachhaltige Ressourcennutzung, Geoinformationen und Infrastruktur. - 2007/2008
Auf Bitte des Bundeskabinetts entwickelte das BMVBS (heute BMV) eine Strategie zur nationalen Implementierung des GEOSS. Der nationale GEOSS Implementierungsplan (D-GIP) wurde Ende 2007 fertiggestellt. 2008 beschloss der Interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen (IMAGI) dessen Umsetzung.
- 2015
Auf einem Erdbeobachtungsgipfel in Mexiko-Stadt wurde ein weiterer 10-Jahresplan verabschiedet. Neben der offenen Verfügbarkeit von Daten rückte zunehmend auch das Teilen von Wissen und Methoden in der Erdbeobachtung in den Fokus. GEO richtet sich seither verstärkt auf die Unterstützung großer internationaler Abkommen aus, wie das Pariser Klimaabkommen, das Sendai-Rahmenwerk zur Reduzierung von Katastrophenrisiken und die Agenda 2030 mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals).
Zahlreiche Initiativen wurden gestartet und erreichten eine unterschiedliche Reife. Regelmäßig werden Evaluierungen und GEO-Fortschrittsberichte erarbeitet. Besonders fortgeschrittene Initiativen, die konkrete Bedarfe internationaler Organisationen, meist aus den Vereinten Nationen, adressieren, wurden zu „Flaggschiffen“ (GEO Flagships) erklärt und besonders befördert. - 2023
Auf einem Erdbeobachtungsgipfel im November 2023 in Kapstadt wurde eine neue Strategie für die Zeit nach Ablauf des 10-Jahresplans von 2015 verabschiedet. Unter dem Titel „Earth Intelligence for All“ werden neue Schwerpunkte gesetzt. Die Schaffung und der Betrieb einer zentralen Infrastruktur im Sinne des „GEOSS“ spielt keine prominente Rolle mehr. Mit der neuen Strategie soll der Fokus auf erdbeobachtungsbasierte Lösungen gelegt werden, die auch von modernsten Verarbeitungsmethoden, u.a. „Künstlicher Intelligenz“ und „Digitalen Zwillingen“, profitieren. So sollen auf Basis der Erdbeobachtung global und auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen faktenbasierte Entscheidungen ermöglicht und gesellschaftlicher Nutzen erzielt werden. GEO sieht seine Rolle insbesondere auch darin, diese Technologien für alle Länder und Gesellschaften verfügbar zu machen.
- 2025
Die 20. GEO-Vollversammlung kam im Mai in Rom zusammen und verabschiedete ein neues Arbeitsprogramm, das alle inhaltlichen GEO-Aktivitäten umfasst und in der Folge noch finalisiert wird. Eine „Monitoring & Evaluation“-Gruppe des GEO-Programmausschusses wird den Plan dann fortlaufend begleiten und fortschreiben. Neben dem Arbeitsprogramm wurde auch ein Implementationsplan für die 2023 beschlossene Strategie vorgelegt, aufgrund politischer Differenzen jedoch nicht formal verabschiedet.
Auf nationaler Ebene wurde entschieden, dass der GEOSS-Implementierungsplan von 2007 keine geeignete Grundlage der Arbeit von D-GEO mehr darstellt, da die Rahmenbedingungen sich seither geändert haben und viele der damaligen Ziele erreicht wurden. D-GEO fokussiert sich in der Folge auf Arbeitsziele, die jährlich aktualisiert werden. Eine Grundlage dafür liefert die Nationale Anwendungsstrategie zu den Satellitenprogrammen Copernicus, Galileo und den meteorologischen Programmen von EUMETSAT von 2024, die auch auf GEO Bezug nimmt. - 2026
GEO-Symposium und Plenary Mai 2026 in Genf.
Wichtige Dokumente zum Download
International:
- GEO-Strategie „Earth Intelligence for All”
- GEO-Arbeitsprogramm von 2025
National:
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